Lass mich dir vorlesen!

Es wird wieder mehr gelesen. Sieht man sich die Zahlen an, scheint die Pandemie der Buchbranche – zumindest online, wenn auch nicht stationär – einen Schub gegeben zu haben. Überraschend profitieren männliche Autoren davon gar nicht so viel mehr als weibliche. Das meistverkaufte Buch im Bereich der Belletristik stammte im Vorjahr etwa von einer Frau. Dabei scheinen Männer eher zu Büchern von Geschlechtsgenossen zu greifen. Frauen wiederum scheinen sich mehr für den Inhalt zu interessieren als für den Autor oder die Autorin. Fragt man Männer nach ihren Lieblingsschriftstellern, werden häufig bekannte männliche Autoren genannt. Das ist erwartbar, weil Männer vielfach wohl Berührungsängste mit schreibenden Frauen haben. Interessant ist allerdings, dass der eine oder andere sich schließlich bei der Frage nach Kinderbuchautoren neben männlichen Autoren auch an Namen wie Selma Lagerlöf, Astrid Lindgren oder Christine Nöstlinger erinnert.

Dabei sind es doch genau diese Autorinnen, die häufig am Beginn unserer Leser:innenkarrieren stehen. Mit manchen, wie etwa Mira Lobe, fängt es noch früher an. Und zwar beim Vorlesen! Um die Wichtigkeit des Vorlesens zu feiern, gibt es jedes Jahr den Österreichischen Vorlesetag. In diesem Jahr begehen wir diesen Tag genau heute! Schon im Vorjahr hatte ich mich daran mit Irmgard Keun beteiligt, um wieder einmal an „verbrannte Autor:innen“ zu erinnern. In diesem Jahr ist es zum einen nicht aus meiner persönlichen Bibliothek und zum anderen nicht für Erwachsene. Der im Folgenden zu hörende Text stammt vielmehr aus den Empfehlungen betreffend Kinder- und Jugendbücher, die auf der Plattform Projekt Gutenberg frei verfügbar sind. Es ist das wohl bekannteste Werk, der von den Nazis in Auschwitz ermordeten Else Ury: Nesthäkchen

Viel Vergnügen!

Nesthäkchen von Else Ury, gelesen von Karin Fenz

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