Podcast-Fehler und deren Lösungen

Daten sind bekanntlich das Gold des 21. Jahrhunderts und Aufmerksamkeit ist mit das höchste Gut unserer Zeit. Das bedeutet, man kann noch so tolle Inhalte haben, wenn das Publikum dem seine Aufmerksamkeit verweigert, verpufft die ganze Anstrengung, diese Inhalte darzustellen. Zu beobachten ist das etwa bei Audio-Beiträgen. Allerdings nicht bei professionellen, sondern bei Podcasts. Wer bei der Aufzeichnung eines Podcasts respektlos mit potentiellen HörerInnen umgeht, dem wird genau diese Aufmerksamkeit verweigert werden. Hier ein Audiobeispiel mit NoGos beim Aufzeichnen eines Podcasts – und ich bin mir fast sicher, dass so manche/r schon sehr bald die Stopptaste drückt.

Natürlich ist das an dieser Stelle überspitzt dargestellt, aber das eine oder andere hast du vielleicht auch schon in einem Podcast gehört. Das Problem an diesen akustischen Ablenkungen ist, dass sie einen hindern, sich den eigentlichen Inhalten zu widmen. Es ist wie mit dem permanenten Ein- und Ausschalten eines Kugelschreibers bei einem Meeting. Man hört nur noch *klick* *klick*, möchte sich auf den Verursacher stürzen und ihm den Kuli entreißen, um nur endlich die wichtigen Inhalte des Treffens mitzubekommen. Ähnlich ist es bei Podcast-Fehlern bei der Aufnahme. Man möchte, aber es geht nicht. Weiter zuhören ist jedoch auch nicht möglich, weil es zum einen nervt und zum anderen aggressiv macht. Das einzige, das bleibt, ist schließlich der Griff zur Stopptaste.

Falls du nicht alle Fehler mitbekommen hast – oder es nicht geschafft hast, das Audiobeispiel bis zum Ende anzuhören. Hier nun die Liste und was du bei der Aufzeichnung vermeiden kannst:

Ganz zu Beginn gieße ich mir Wasser in ein Glas, während ich spreche. Das ist etwas, das bei Podcasts, die eigentlich Aufzeichnungen von moderierten Talk-Runden sind, gar nicht so selten vorkommt. Es ist aber unklar, ob die Teilnehmer beim Briefing im Vorfeld, bei dem das Thema sein sollte, einfach nicht zuhören oder ob sie die Nähe des Ansteckmikros zur Wasserkaraffe beim Einschenken unterschätzen.

Lösung
Das Glas vor Beginn mit Wasser füllen. Sofern man es währenddessen leert, einfach dann Wasser einschenken, wenn man selbst nicht gerade spricht und dabei das Mikro mit einer Hand abdecken.

Rülpser und Husten gehen natürlich gar nicht. Das ist selbst beim Gespräch mit jemand anderes unhöflich. Erst recht geht es nicht, dass derartiges in einem zur Ausstrahlung freigegebenen Audiobeitrag enthalten ist.

Lösung
Vor der Veröffentlichung des Podcasts alle Rülpser und Huster entfernen. Es lässt sich speziell in trockenen Räumen manchmal nicht vermeiden, dass man husten muss. Sehr wohl kann man aber verhindern, dass man ins Mikro hustet. Bei einem Podcast-Mikro dreht man sich zur Seite und hält sich natürlich die Hand vor den Mund. Bei einem Ansteckmikro ist eine Hand vor dem Mund und die andere zum Schutz am Mikro.

Nebengeräusche nimmt man mitunter beim konzentrierten Einsprechen eines Podcasts oder aufgrund der Konzentration auf den Gesprächspartner nicht genau wahr. Bei einer Mono-Aufnahme sind sie allerdings da, um zu bleiben. Nebengeräusche kann ich nur im Vorfeld ausschließen, aber nicht nachträglich herausschneiden.

Lösung
Um Nebengeräusche im Vorfeld zu vermeiden, schließe Fenster und Türen. Außerdem müssen alle Anwesenden ihre Handys stumm schalten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass genau in einem wichtigen Satz ein Handy läutet oder brummt.

Nuscheln ist immer wieder ein Thema. Ich habe bereits mehrfach Tipps gegeben wie hier, was du im Alltag dagegen machen kannst. Es ist eben auch ein Teil Respekt für deine ZuhörerInnen, dass du deutlich sprichst. Genau wie jede Radiomacherin, kann sich auch jeder Podcaster vorstellen, in welcher Situation er seine Hörerin gerade abholt. Sie läuft vielleicht gerade mit deinem Podcast im Ohr durch den Park, ist im Supermarkt oder räumt die Zimmer ihrer Wohnung auf. Hier hört sie dich womöglich eher nebenbei, wie etwa Wortbeiträge im Radio. Wenn sie dann vielleicht auch noch an 13 Dinge gleichzeitig denkt, ist ihre Geduld mit undeutlich sprechenden Podcastern wohl enden wollend. Ich könnte noch weiter fortsetzen, aber ich denke, der Punkt ist klar.

Lösung
Sprich deutlich! Sprich deine HörerInnen an! Nach den Aufwärmübungen fürs Sprechen mach auch ein paar Übungen für deutliches Sprechen, ev. mit Zungenbrechern.

Musik & SFX: Musik wie Spezialeffekt sind super. Sofern sie richtig eingesetzt werden. Nicht jeder hat aber ein Händchen dafür. Deshalb sollte man sich langsam an ihren Einsatz heranwagen. Zu Beginn der 00er Jahre etwa war ein Musikteppich für Nachrichten das Um und Auf. Es sollte den Drive erhöhen. Es gab endlose Diskussionen dazu, ob die Musik – vergleichbar mit Fernsehwerbung – nicht etwa zu laut sei. Dadurch würden die tatsächlichen Inhalte verschwinden. Was natürlich leicht geschehen kann, wenn man weiß, dass RadiomacherInnen ihre HörerInnen nur begleiten.

Lösung
Wenn du Musik einsetzt, dann kannst du sie zu Beginn etwas lauter lassen. Sobald du allerdings zu sprechen beginnst, solltest du die Lautstärke herunterpegeln – oder gar ins Fade Out sprechen. Am Ende kannst du den Musiktitel wieder aufnehmen. Hier sprichst du die Verabschiedung ins Intro, bevor erneut die Musik kommt und das ebenfalls wieder etwas lauter.

Zuletzt noch die Atmer: Deutlich hörbares Einatmen strengt HörerInnen massiv an. Mitunter klingt es, als würde der Sprechende gleich hyperventilieren und man müsste zur Ersten Hilfe ausrücken. Das ist schlicht eine Unachtsamkeit, Ungeübtheit und natürlich eine Respektlosigkeit.

Lösung
Beobachte deine Atmung während des Tages. Achte darauf, ob du in Face-to-Face Gesprächen oder wie jetzt am Telefon oder bei Videokonferenzen hörbar einatmest. Nochmals: Stimme ist Stimmung. Diese Emotion überträgt sich auf deine Atmung. Bist du aufgeregt, atmest du häufiger und schneller. Versuche beim Podcasten unaufgeregt zu sprechen und zum Einatmen den Kopf vom Mikro wegzudrehen. Das ist genau das, was professionelle RadiosprecherInnen machen. Auch sie atmen selbstverständlich ein, aber niemals direkt mit dem Mund vor dem Mikro!

Jetzt viel Spaß beim Er-Hören dieser Fehler in den von dir bevorzugten oder ganz neuen Podcasts und beim Erstellen eines eigenen Audio-Beitrages! Falls dir die Tipps geholfen haben, schreib mir dazu doch einen Kommentar.

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