Die Macht der Stimme

Blogwichteln soll etwas ganz Tolles sein. Das habe ich mir zumindest an meinem virtuellen Stammtisch – besser bekannt als Texttreff, das beste Netzwerk der Welt – sagen lassen. Da mein Blog in diesem Jahr das Licht der Online-Welt erblickt hat, fasste ich mir ein Herz und nahm einfach daran teil. Und was soll ich sagen: es ist tatsächlich eine großartige Idee. Noch dazu hatte ich das Glück, dass mir Simone Harland als Gastautorin zugelost wurde. Sie beschäftigt sich mit einem vermutlich nicht nur für mich sehr spannenden Thema – der Männerstimme. Aber lest – und hört – selbst.

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Die Macht der Stimme

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Foto: © Simone Harland privat

Es gibt Stimmen, die ziehen mich in ihren Bann – ausdrucksstarke, manchmal ungewöhnliche Stimmen. Diese Stimmen müssen noch nicht mal was zu sagen haben. Es reicht, dass sie etwas von sich geben, damit ich hin und weg bin.

Schlimme Stimmen

Dann wiederum gibt es Stimmen, die mich nerven, wenn sie nur den kleinsten Mucks machen. Bei denen ich das Radio ausschalte oder im Fernsehen schnell wegzappe, weil ich sie nicht ertrage. Letztere gehören in den wenigsten Fällen professionellen Sprechern, sondern meistens Menschen, die wegen ihrer Funktion häufiger in den Medien zu sehen und (zu meinem Leidwesen) zu hören sind. Zu ihnen zählt für mich der Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft Joachim Löw, den ich eigentlich recht ansehnlich finde, aber nur, solange er stumm bleibt. Auch der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger, dessen Reden in englischer Sprache fast schon legendär sind, hat es in meine persönlichen Top Ten der schlimmsten Stimmen geschafft.

Unvergessliche Stimmen

Als Drittes sind da noch Stimmen, die so besonders sind, dass man sie nur schwer vergisst. Etwa die deutsche Synchronstimme von Spongebob Schwammkopf, Santiago Ziesmer.

Solche Stimmen muss man nicht mögen, passen sie aber zur synchronisierten Figur (wie das bei Spongebob eindeutig der Fall ist), sind sie ein Glücksgriff.

Achtung, andere Stimme!

Als unangenehm empfinden es viele Zuschauer (und Lauscher), erhalten fremdsprachige Schauspieler, Serienhelden oder aber Trickfiguren eine neue Synchronstimme – sogar, wenn die neue die alte ist. So legt normalerweise David Nathan im Deutschen dem englischsprachigen Schauspieler Johnny Depp die Worte in den Mund. Doch in den ersten drei Teilen von „Fluch der Karibik“ war Marcus Off die Stimme von Johnny Depp alias Captain Jack Sparrow, wurde aber in Teil 4 durch David Nathan ersetzt. Das irritierte viele Kinogänger, unter anderem mich.

Wow-Stimmen

Doch noch mal zurück zu den Stimmen, die mich jedes Mal wieder umhauen und bei denen es mir egal ist, ob sie das Telefonbuch vorlesen oder eine spannende Geschichte erzählen – ich lausche ihnen unabhängig vom Inhalt des Gesagten. Zu ihnen gehört der leider längst verstorbene Richard Burton, dessen Stimme den Ausschlag gab, dass ich in meiner Jugend die LP (ja, damals gab es nur Vinyl) „War of the worlds“ kaufte.

Auch der finnische Sänger Ville Valo kann sagen, was er will – seine Sprech- und oft auch seine Singstimme finde ich großartig.

Und die Organisation Conservation International hat meiner Meinung nach eine der beeindruckendsten Kampagnen zum Schutz der Umwelt gestartet – indem sie Harrison Ford und Julia Roberts gewinnen konnte, dem Meer und der Natur eine Stimme zu geben. Aber lauscht am besten selbst … Alle Videos dazu finden sich auf der Website der Organisation. Viel Spaß beim Zusehen, vor allem aber beim Zuhören!

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Karin, liebe Simone,
    was für ein herrliches Thema! Ich hatte einige Jahre Sprechunterricht und fand es da auch erstaunlich, was man aus seiner Stimme so herausholen kann. Es müsste also keine schrecklichen Stimmen geben, mit etwas Übung. Eine meiner Schul-Mitmütter war nicht nur winzig klein – sie hatte auch eine Micky-Maus-Stimme. Niemand hat sie ernst genommen. Deshalb spreche ich auch möglichst tief, wenn ich etwas durchsetzen will 😉
    Die mit Abstand grauenvollste Stimme ever hat ja wohl eindeutig diese Frau von den Geissens. Ich mute bei der Werbung jedes Mal den Ton, wenn ich schnell genug an die Fernbedienung komme. Und ich war mehrmals kurz davor der Firma zu schreiben, dass ich NIEMALS etwas bei ihnen kaufen würde, nur wegen dieser grässlichen Stimme.
    Dahinschmelzstimmen sind diverse, wenn sie nur tief und sexy genug klingen, wie die Synchronstimme von Eric Dane (Marc Sloan aus Grey’s Anatomy). Yeah …
    🙂
    Ich habe übrigens ein wenig in deinem Blog gestöbert – gefällt mir gut!
    Liebe Grüße aus Berlin von Petra

    • Liebe Petra,
      vielen lieben Dank. Dein Kommentar und dein Kompliment bestärken mich darin, künftig selbst mehr zum Thema Stimme zu bloggen.
      Liebe Grüße
      Karin

  2. Stimmen, welch schönes Thema: Mein SchwiePa hat auch eine „Egal-was-du-sagst-es-könnte-auch-das-Telefonbuch-sein-Stimme“. Sein Sohn – aka der Göttergatte – schlägt sich auch recht gut, dito unser Sohn. Vielleicht erblich, das Timbre? Ein weiterer Dahinschmelzstimmen-Besitzer (seine Stimme macht mir immer noch die wackligsten Knie, echt) ist ein Ex-Kollege von mir. Er wurde fortwährend darauf angesprochen, doch mal bei Radiosendern vorzusprechen. Hat er nie gemacht, schade eigentlich – und demnächst geht er in Rente!

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