Elf on the shelf - Meine Top-11-Weihnachtsfilme | medienblog

Elf on the shelf – Meine Top-11-Weihnachtsfilme

WeihnachtsengerlWeihnachtsfilme haben für mich etwas Tröstliches – und das nicht nur zu Weihnachten, sondern auch während des Jahres. Das Schöne an Weihnachtsfilmen ist für mich, dass sie einem immer ein Stück weit Hoffnung geben und davon kann man wohl nie genug haben. Ein persönliches Ranking dieser Filme würde im Sommer allerdings Kopfschütteln hervorrufen. Daher gibt es meine subjektive Hitliste passenderweise jetzt noch vor den Weihnachtsfeiertagen, an denen der eine oder andere aufgelistete Film vielleicht auch im Fernsehen gezeigt wird.

Der Drehbuchautor von „Cougar Town“ und „Scrubs“ – Kevin Biegel – hat mich ohne sein Wissen mit einem Tweet zu „Die Hard“, daran erinnert diese Hitliste meiner liebsten Weihnachtsfilme doch endlich aufzustellen.

Kevin_Biegel_Die_Hard_Twitter

„Die Hard“ ist natürlich auch dabei. Wobei mir speziell Alan Rickman in Erinnerung bleibt. – Weniger erinnerungswürdig ist er als zur Seite springender Ehemann Emma Thompsons in „Love Actually“. Aber auch das hat es in die Liste geschafft.

11. Platz – „Die Hard“ oder ein Weihnachtsfilm, der keiner ist

„Die Hard“ einen Weihnachtsfilm zu nennen, klingt irgendwie verfehlt. Nur weil eine Firmen-Weihnachtsfeier am Weihnachtstag die Rahmenhandlung bildet und der Soundtrack Weihnachtsmusik beinhaltet, ist es noch kein Weihnachtsfilm. Weihnachtsfilme sollten auch Familienfilme mit bestenfalls Protagonisten beiderlei Geschlechts sein, um dem Anlass gerecht zu werden. Das ist „Stirb langsam“ nun wirklich nicht.

Die Figur des Hauptdarstellers ist aber schön erdacht. Ein mit Haupthaar ausgestatteter Bruce Willis als Einzelkämpfer, der die Bösen ausschaltet, lässt uns hoffen. Und das ist eben das für mich wichtigste Prinzip an Weihnachten: Hoffnung. Er zeigt uns „Mach was nötig ist, um deine Lieben vor echter Gefahr zu schützen.“ und sagt „Trau dich!“ – Man muss kein Cop sein, um auch einmal über seine Grenzen zu gehen, wenn es die Situation erfordert und es einem wichtig ist.

Nicht zuletzt ist „Die Hard“ auch furchtbar witzig. Und damit sind nicht nur die Dialoge gemeint und die Suche John McClanes nach Schuhen, sondern Deutsche Terroristen, die nicht richtig Deutsch können und ein „Stockholm-Syndrom“, das als „Helsinki-Syndrom“ bezeichnet wird. Alles Zutaten für ein Lachmuskeltraining, das auch außerhalb von Weihnachten sicher noch lange funktioniert. „Yippie Yah Yeah Schweinebacke!“

10. Platz – „While you were sleeping“ oder „I see you at the ICU“

Weihnachten wird gerne als Familienfest dargestellt. Einfach, weil es sich so leichter vermarkten lässt und weil es wohl auch dem ursprünglichen Gedanken entspricht. Ein Familienfest findet sich in „Während du schliefst“ auch. Vordergründiger aber ist die überzeugend dargestellte Einsamkeit der Protagonistin. Denn auch das ist Weihnachten: Viele einsame Menschen, die niemanden haben, der ihnen etwas schenkt – und sei es nur Zeit für ein gemeinsames Weihnachtsessen.

Was für mich diesen Film so weihnachtlich macht, ist einmal mehr die Hoffnung, die er vermittelt. Die Hoffnung, dass sich die eigene triste und einsame Lebenssituation schlagartig zum Guten wenden kann.

Auf der emotionalen Ebene geht „While you were sleeping“ zur Gänze auf. Wer allerdings in die Synchron-Fassung „Während du schliefst“ gerät, bleibt textlich manchmal ratlos zurück. So ist etwa „Ich sehe dich also, wenn ich dich sehe“ als Übersetzung des Wortspiels „I see you at the ICU“ wohl eine wenig geglückte Notlösung.

9. Platz – „Love Actually“ oder „Tatsächlich…nicht Liebe!“

Ich mag britische Filme grundsätzlich. Gebt mir Helen Mirren, Judi Dench, Maggie Smith, Liz Taylor, Emma Thompson, Imelda Staunton, Colin Firth, Alan Rickmann, Richard Burton, Ewan McGregor, James McAvoy, Tom Wilkinson oder oder oder – und mein Tag ist gerettet.

Auch wenn einige der genannten in „Love Actually“ („Tatsächlich…Liebe“) mitspielen, war ich mir lange im Unklaren, wie ich dazu stehen soll. Zum einen ist es kein richtiger Weihnachtsfilm, weil die Episoden auch mit einem anderen Rahmen funktionieren würden und zum anderen geht es „tatsächlich nicht“ um Liebe.

Das ist keine Erkenntnis, die mir eingeschossen ist, sondern eine, die ich mit dem Journalisten (und Sohn von Richard Dreyfuss) Ben Dreyfuss teile. Er hat schon vor längerer Zeit einen Artikel geschrieben „Why ‚Love Actually‘ matters“. Darin macht er schlüssig deutlich, dass es nicht um Liebe, sondern vielmehr um Romantik geht. Romantik birgt für mich wiederum etwas, das jemand anderes als mir selbst Freude bereiten soll und ist damit sehr altruistisch. So gesehen beinhalten zumindest einzelne Episoden von „Love Actually“ auch sehr viel Weihnachtliches.

8. Platz – „When Harry met Sally“ oder doch ein Weihnachtsfilm

Wie jetzt? „Harry und Sally“ ist ein Weihnachtsfilm? Für mich auf jeden Fall immerhin ist er ein Beziehungsfilm und was könnte neben dem Prinzip Hoffnung mehr Weihnachten versinnbildlichen als die Einstellung von Personen zueinander? Und er hat damit Filme wie „Home Alone“ und „The Polar Express“ aus dem Ranking gekickt. Rob Reiners Klassiker nach dem Drehbuch Nora Ephrons sagt mir: „Es ist nicht vorbei, auch wenn du denkst es sei vorbei!“ und „Lass Veränderung zu – Beziehungsebenen können sich ändern!“

Dass aus Bekannten, die einander nicht einmal mögen, Freunde und später Liebende werden, ist nie schöner dargestellt worden. Ein Weihnachtsfilm, dessen Handlung allein von der Zeit und der persönlichen Einstellung der Protagonisten (Person A – Sally Albright und Person B – Harry Burns) vorangetrieben wird – und das gänzlich ohne Pathos, dafür mit jeder Menge Humor.

Weihnachtlich machen den Film für mich neben seiner Aussage einige Schlüsselszenen, die Tatsache, dass eben viele Paare ihre Beziehung genau zu Weihnachten auf eine neue Ebene heben und nicht zuletzt die großartige Musikauswahl von Harry Connick jr..

7. Platz – „It’s a wonderful Life“ oder das Leben ist trotzdem schön

Auch wer den Film nie gesehen hat, weiß zumindest, dass dieser Frank-Capra-Klassiker Standardprogramm an Weihnachten in den US-Haushalten ist. Seine Überschrift könnte lauten: „Vertraue darauf, dass Menschen, denen du geholfen hast, irgendwann für dich da sein werden!“

Für James Stewart als George Bailey geht das am Ende auf. Und das obwohl oder gerade weil er diese Erwartungshaltung nie hatte, sondern einfach ohne jede Berechnung gemacht hat, was im Moment gerade notwendig war. Am deutlichsten fasst es die Regisseurin und Darstellerin Lisa Azuelos im Interview zu ihrem Film „Ein Augenblick Liebe“ („Une Rencontre“) im Bonusteil der DVD zusammen: Sie verweist auf „It’s a Wonderful Life“ und spricht von einem Dominoeffekt, bei dem ein Ereignis das nächste bewirkt. In „Ist das Leben nicht schön“ ist das immer das Eingreifen von George, der damit viele Leben bereichert, selbst aber am Weihnachtstag erkennt, dass er nicht das Leben gelebt hat, das er geplant hatte.

Erst der Engel Clarence macht George deutlich, wie viel er zum Glück seines Umfelds und zum Bestehen der Stadt beigetragen hat. Wenn man zulässt, dass sich die Verzweiflung lichtet, sich nicht in seine negativen Gefühle hineinsteigert, sondern eine ausweglos scheinende Situation rational betrachtet, benötigt man wohl nicht wirklich einen Engel, der seit 300 Jahren auf seine Flügel wartet. Es ist aber ein schöner Gedanke, dass jeder einen Clarence für den Notfall an seiner Seite hat.

6. Platz – „White Christmas“ oder wie ein Titel einen Klassiker macht

Eingängige Musik, gute Tänzer, beliebte Schauspieler, mit Michael Curtiz einen der besten Regisseure, den man für Geld kriegen kann und mit Edith Head die wohl unerreicht beste Kostümbildnerin der Filmgeschichte – das ist das Rezept von “White Christmas”, das auch heute noch aufgeht.

Der Film erhebt keinen Anspruch auf Tiefe. Er ist um einen einzigen Musiktitel gestrickt, der untrennbar mit Bing Crosby verbunden ist und reine Unterhaltung. Allerdings vermittelt er unterschwellig Werte wie Dankbarkeit, Wertschätzung, Ehrlichkeit und Ritterlichkeit.

Ansprechend machen ihn für mich vor allem die Anekdoten und Infos von Hauptdarstellerin Rosemary Clooney im Bonus-Teil der DVD. Sie erklärt die Idee der grauen Socken und Schuhe Danny Kayes zum Anzug in einer Tanzszene ebenso wie die langwierige Umsetzung des Films. Und sie verrät, dass jemand anderes an Stelle von Vera Ellen gesungen hat, weil diese (ich wünschte, ich hätte diese Beine!) zwar umwerfend tanzen, aber nicht singen konnte.

5. Platz – „Shop around the Corner“ oder ich schreibe mich in dein Herz

Wie könnte auch nur irgendein seriöses Ranking ohne Ernst Lubitsch auskommen? Vor gar nicht allzu langer Zeit haben die Menschen einander Briefe geschrieben. Sie haben mehr oder weniger geduldig darauf gewartet, dass jemand, der ihrem Herzen nahe steht, wohl überlegte Worte zu Papier bringt, um sie ihnen dann in ein Kuvert verpackt per Post zu schicken.

Der aufrechte, naive und zurückhaltende Alfred, der erkennt, dass seine streitsüchtige Kollegin Klara seine Brieffreundin ist, die er gerne heiraten möchte, mag langweilig erscheinen. Dass er jedoch ihren Geist schätzt, der aus ihren Briefen spricht, lässt ihn aber wohl auch heute für gar nicht wenige Frauen sehr ansprechend erscheinen. In diesem Fall mag zur Chemie auch beigetragen haben, dass Jimmy Stewart als Alfred Kralik mit Margaret Sullavan und damit mit der ihm vertrauten Ex-Frau seines besten Freundes Henry Fonda vor der Kamera agiert hat.

Heute muss man für diesen Film wohl den Vergleich des anonymen Online-Datings bemühen, damit der Plot verstanden wird. Das ist zwar in den 1990er bereits mit „You’ve got Mail“ passiert. – An das Original mit den erlesenen Nebendarstellern wie dem wunderbaren Warenhaus-Boss („The Wizard of Oz“ Frank Morgan), dem schleimigen Bösewicht (Österreichs zweiter Oscar-Preisträger Joseph Schildkraut) und dem gütigen Kollegen (Lubitschs deutscher Landsmann Felix Bressart) kommt es aber trotz des Drehbuchs der unvergesslichen Nora Ephron nie und nimmer heran.

4. Platz – „Miracle on the 34th Street“ oder ein Weihnachtswunder

Wer kennt Sie nicht, diese altklugen kleinen Menschen? Ganz gleich ob als Mutter, Vater, Tante, Onkel, Oma oder Opa, wohl jeder ist schon einmal auf ein Kind mit überzeugend vorgebrachten Aussagen getroffen. In „Miracle on the 34th Street“ ist es die kleine Natalie Wood, als Tochter einer alleinerziehenden Mutter (Maureen O’Hara), die vom viel zu erwachsen wirkenden kleinen altklugen Mädchen doch noch Kind werden und den Glauben an Santa Claus finden darf.

Zum Weihnachtsfilm macht „Das Wunder von Manhattan“ aber nicht ausschließlich der sehr auf amerikanische Verhältnisse zugeschnittene Plot. Vielmehr ist es ein Wohlfühl-Movie, das alle Altersgruppen bedient. Aus heutiger Sicht beachtlich ist zudem, dass in den USA des Jahres 1947 eine geschiedene Frau einen Manager-Posten innehaben durfte.

3. Platz – „The Lion in Winter“ oder „Hannibal Lecter liebt James Bond“

Der „Löwe im Winter“ zeigt Weihnachten im 12. Jahrhundert und ist alles andere als ein friedfertiger Gute-Laune-Film. Die darin erzählte Suche nach einem Nachfolger lebt ganz klar von den beiden Schauspiellegenden Peter O’Toole als König Heinrich II. der Löwe und Katharine Hepburn als dessen Ehefrau Eleonore. Wie diese beiden den vom Skript vorgegebenen verbalen Schlagabtäuschen Leben einhauchen, ist für feinsinnige Freunde des Dialogs ein Hochgenuss.

Familienstreitigkeiten gehören bekanntlich zu Weihnachten. Ausgerechnet, wenn alle das vermeintlich größte Harmoniebedürfnis haben, werden einander Vorwürfe gemacht und unschöne Szenen geliefert. In diesem auf historischen Tatsachen beruhenden Film erleben dramatische Auseinandersetzungen allerdings neue Dimensionen.

Großartig besetzt sind in diesem Weihnachtsfilm auch die Nebenrollen. Und genau darauf bezieht sich „Hannibal Lecter liebt James Bond“. Auch wenn dem Zuseher keine Minute Weihnachtsfrieden gegönnt wird. – Es trifft einen dann doch mit einer Wucht, wenn der spätere „James Bond“-Darsteller Timothy Dalton als König Phillip II dem ihn liebenden Richard Löwenherz – gespielt von „Hannibal-Lecter“-Darsteller Anthony Hopkins – in einer Szene eiskalt das Herz bricht.

2. Platz – “Meet me in St. Louis” oder die gerahmte Judy Garland

Ein verliebter Vincente Minelli, der seiner späteren Ehefrau Judy Garland einen geeigneten Rahmen gibt. Und das nicht etwa im übertragenen Sinne, sondern buchstäblich mit zahlreichen Einstellungen. Ganz gleich ob Fensterrahmen oder Türrahmen, Minelli zieht diese liebevolle Idee den ganzen Film über durch.

„Meet me in St. Louis“ will gar nicht erst verbergen, dass er ganz und gar auf die mittlerweile ihren roten Schuhen aus „The Wizard of Oz“ entwachsenen Judy Garland zugeschnitten ist. Der Film lebt sehr stark von ihren auch heute noch wunderbar anzuhörenden musikalischen Einlagen, denen quasi eine eigene tragende Rolle zukommt.

Allerdings möchte man sich schon nach dem ersten Ansehen keine der Nebenfiguren wegdenken. Den schon zu Beginn trällernden Großvater Smith und die freche kleine Tootie würde ich etwa beide sofort adoptieren. Und Marjorie Man (hier als Hausmädchen Katie) und Mary Astor (als nicht aus der Ruhe zu bringende Mutter Anna Smith) waren ohnehin in fast all ihren Rollen oberste Hollywood-Liga.

Obwohl der Film schon mehr als 70 Jahre auf dem Buckel hat und zu Beginn der Jahrhundertwende angesiedelt ist, ist der Plot zeitlos: Es geht um Kinder, die emotional in ein tiefes Loch fallen, weil ihnen droht, die Heimatstadt und damit die Freunde verlassen zu müssen.

Es wäre aber wohl kein Weihnachtsfilm, wenn nicht am Ende alles gut würde.

1. Platz „Scrooged“ oder wie einer einfach Mensch wird

Mag es beim übrigen Ranking den einen oder anderen Zweifel geben, der 1. Platz meiner Top-Weihnachtsfilme ist wohl auf alle Zeiten ungefährdet. Er gehört der an Charles Dickens „A Christmas Carol“ angelehnten Verfilmung „Scrooged – Die Geister, die ich rief“ aus dem Jahr 1988.

Die Läuterung eines unverbesserlich scheinenden Egoisten – um nicht zu sagen Egomanen – ist für Generationen gleich welcher Herkunft nachvollziehbar. Das macht sie universell und zeitlos. Bill Murray als Darsteller eines Ungustls, der selbst keinen Schritt zur eigenen Wandlung macht und bei dem jede Veränderung von außen gelenkt wird, macht Weihnachten erst zu einem Fest. Am Ende wird er zwar kein besserer, sondern einfach nur ein Mensch.

Welchen Film habe ich nach eurem Geschmack nicht berücksichtigt? Und welche sind eure liebsten Weihnachtsfilme? Freue mich auf eure Kommentare!

 

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